Verletzungspech an der Schlussrunde der NLB in Elgg. Beringen musste in den letzten beiden Spielen der NLB gegen die Mannschaften aus Diepoldsau und Affeltrangen antreten, welche beide noch um eine Medaille kämpften. Im ersten Spiel gegen die Rheintaler legten diese dann auch los wie die Feuerwehr und knallten den Klettgauern die Bälle nur so um die Ohren. Brachiale Gewalt schien das Rezept der Diepoldsauer Angreifer zu sein und aus allen erdenklichen Lagen pfefferten sie die Bälle in die Beringer Platzhälfte, was fast immer zum Erfolg führte. Mit 2:11 war der erste Satz schnell vorbei und die Beringer waren nicht zu beneiden. Obwohl man im zweiten Satz gleich mit 1:0 in Führung gehen konnte, änderte das an der Spielweise nicht viel und auch dieser Satz ging diskussionslos an die Diepoldsauer. Da mittlerweile nicht mehr nur Punkte mit extrem hart geschlagenen Bällen erzielt wurden, sondern vermehrt auch mit Kurzen in den 3m Raum, stellte Beringen die Aufstellung um und Steff als Mittelmann war der vorderste Beringen und die zwei Angreifer von Beringen verschoben ein wenig nach hinten um allfällige Halblange abzunehmen. Da Fippi am Leichtathletikmeeting in Zürich am Donnerstagabend beim Versuch an den Getränkestand zu kommen eine Hürde falsch einschätze und sein grosser Zeh dieses Hindernis nicht schadlos überwinden konnte, war er an der Schlussrunde nicht dabei, so dass ein personeller Wechsel nicht möglich war. Die Umstellung zeigte aber Wirkung und vor allem beim Service waren die Beringer auf einmal in der Lage, die Bälle abzunehmen. Umgekehrt servierte unser Dani extrem stark und erzielte wichtige direkte Punkte und setzte die Rheintaler Abwehr permanent unter Druck. Da deutlich mehr Bälle aus der Klettgauer Defensive kamen, konnte auch mehr angegriffen werden und auch hier gab es nun Punkte für Beringen. Bei 10:7 hatte Beringen auf einmal Satzball und die Zuschauer der ersten beiden Sätze konnten sich nur verwundert die Augen reiben. Diepoldsau konnte in der Folge den ersten Satzball noch abwehren, den zweiten verwehrten die Beringer aber und ein weiterer Satzgewinn war Tatsache. Auch im folgenden Satz spielte Beringen gross auf und ein absolut spannendes Spiel entwickelte sich. Keine Mannschaft konnte jeweils mehr als einen Punkt in Führung gehen und so stand es bei 13:13 zum dreizehnten Mal Rampo, was wenn man an den Spielbeginn zurückdenkt, einer unglaublichen Willensleistung der Beringer gleichkam. Es war auch nicht so, dass Diepoldsau sich gehen liess, sie brauchten den Sieg unbedingt, um sich im Rennen für eine Medaille halten zu können. So war es dann auch Diepodsau, die sich den allersten Zweipunktevorsprung zum 15:13 Sieg in diesem Satz erspielen konnten und die Beringer trotz 4 Satzbällen und gutem Spiel als Verlierer vom Platz mussten.

Satzresultate: 2:11 / 4:11 / 11:8 / 13:15

Das mittlere Spiel hatte Beringen Pause und vor dem zweiten Spiel von Beringen gab Dani Lüthi bekannt, dass er nicht mehr spielen könne. Er hatte sich den Nacken irgendwie verrenkt oder eingeklemmt, so dass er den Kopf nicht mehr bewegen konnte. Da unser einziger Fan Horst nach dem ersten Spiel bereits wieder weg war und als Jocker daher nicht mehr zur Verfügung stand, musste Dani Lüthi vorne links als Platzhalter im Feld stehen, auch wenn er sich nur in Zeitlupe bewegen konnte. Dani Gisler, immer noch als Anschläger, wechselte in die Mitte und Steff nach Hinten. Mit dieser Aufstellung schafften es die Klettgauer, Affeltrangen Paroli zu bieten und hatten nach abgewehrtem Satzball bei 11:10 sogar selbst einen Satzball. Affeltrangen kämpfte aber verbissen weiter, da die Thurgauer nur mit einem Sieg eine Medaille gewinnen konnten. Trotz immer noch heftiger Gegenwehr reichte es für Beringen aber zu keinem weiteren Satzgewinn und Affeltrangen siegte in Satz eins äusserst knapp. In den nächsten Sätzen war dann bei Beringen ein wenig die Luft draussen und auch körperlich waren mehr als nur Dani Lüthi angeschlagen. So endete das NLB Abenteuer mit einer weitere 0:3 Niederlage, wobei man zumindest im ersten Satz gut mithalten konnte.

Satzresultate: 11:13 / 4:11 / 6:11

Würden wir noch zwei, drei Jahre weiter in der NLB spielen, wäre wohl auch mal ein Spielgewinn möglich, da man in der Rückrunde doch schon deutlich besser mithalten konnte, als noch in der Vorrunde. Alleine an der Schlussrunde hatte Beringen 7 Satzbälle, wovon man bei Meisterschaftsbeginn nur träumen konnte. Den Abstieg verkraften das Team aber gut, da er absolut vorhersehbar war und für niemanden überraschend kommt. Da aus 4 Erstligagruppen neu 2 gemacht werden, die Anzahl der 1. Liga Mannschaften von 36 auf 18 halbiert wird, dürfte es aber in der nächsten Saison auch in der 1. Liga deutlich schwerer werden, um vorne mitzuspielen zu können. Nur mit Routine, bei welcher wir auch in der NLB klar die Nase vorne hatten, wird es zunehmend schwerer ein Spiel zu gewinnen. Das jüngste NLB Team aus Riwi hat einen Altersdurchschnitt von 23.4 Jahren, bei Beringen liegt dieser Durchschnitt bei 45.1 Jahren, also wirklich Zeit, um sich über Seniorenfaustball Gedanken zu machen. Da unser Nachwuchs noch nicht kann oder nicht will, werden aber wohl auch nächste Saison wieder alte Knacker in der ersten Mannschaft der MR Beringen spielen müssen.